Ein Mensch liegt bei Minusgraden auf dem Gehweg. Ist er eingeschlafen, braucht er einen warmen Schlafplatz – oder ist es bereits ein medizinischer Notfall? Wer die Warnzeichen kennt und die richtige Stelle informiert, kann entscheidend helfen.
Bewusstlosigkeit, schwere Unterkühlung, Atemprobleme oder unmittelbare Lebensgefahr: Rettungsdienst verständigen. Nicht auf den Kältebus warten.

Warum Kältehilfe Leben retten kann
Für Menschen, die im Freien schlafen, sind Kälte, Wind und Nässe eine ernste Gefahr. Unterkühlung kann zu Verwirrtheit, starker Erschöpfung und Bewusstlosigkeit führen. Mobile Kältehilfen bieten – je nach Stadt – warme Getränke, Schlafsäcke, Beratung oder einen Transport zu Notunterkünften an.
Wohnungslosigkeit und Straßenobdachlosigkeit sind dabei nicht dasselbe: Viele Menschen ohne eigene Wohnung leben zeitweise in Einrichtungen oder anderen Unterkünften. Besonders gefährdet durch Frost sind Menschen, die ungeschützt draußen übernachten.
ZAHLEN & FAKTEN · DEUTSCHLANDQuellen: BAG Wohnungslosenhilfe, Hochrechnung 2024 und Destatis, Stichtag 31.01.2025. Jahreshochrechnung und Stichtagsstatistik sind methodisch nicht direkt vergleichbar.
Anstieg rund 11 %. Die Hochrechnung umfasst unterschiedliche Formen von Wohnungslosigkeit, nicht nur Menschen auf der Straße.
Was Du tun kannst, wenn jemand in der Kälte Hilfe braucht
Sprich die Person ruhig und respektvoll an. Reagiert sie nicht, atmet auffällig oder wirkt stark verwirrt, rufe 112.
Beschreibe den genauen Ort, Zustand und die Erreichbarkeit. Folge den Anweisungen der Leitstelle.
Frage, ob die Person Unterstützung möchte. Melde den Standort an einen örtlichen Kältebus oder die Winterhilfe.
Biete eine Decke oder trockene Kleidung an, sofern das sicher möglich ist. Respektiere Entscheidungen der betroffenen Person.
Kältebus und Kältehilfe: Telefonnummern nach Stadt
Diese Übersicht enthält drei anhand offizieller Betreiber- oder Stadtseiten abgeglichene Rufnummern sowie weitere Angaben aus der bisherigen Artikelfassung. Ungeprüfte Nummern bitte vor der Veröffentlichung bei den jeweiligen Trägern bestätigen. Erreichbarkeit und Einsatzzeiten sind saisonabhängig.
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Unterkühlung und Erfrierungen erkennen
Unterkühlung betrifft den gesamten Körper. Warnzeichen sind starkes Zittern, Müdigkeit, ungewöhnliches Verhalten, Verwirrtheit, verlangsamte Atmung oder Bewusstlosigkeit. Erfrierungen betreffen häufig Finger, Zehen, Ohren, Nase oder Wangen; die Haut kann taub, weißlich oder hart werden, später können Blasen entstehen.


Erste Hilfe: Das ist sinnvoll – und das solltest Du vermeiden
Das hilft
- Bei Verdacht auf Unterkühlung oder Erfrierungen 112 verständigen.
- Vor weiterer Kälte und Wind schützen, wenn gefahrlos möglich.
- Betroffene behutsam behandeln und unnötige Bewegung vermeiden.
- Mit Decken vor weiterem Wärmeverlust schützen.
- Nur wachen, sicher schluckenden Personen warme, alkoholfreie Getränke anbieten.
- Betroffene beobachten und die Anweisungen der Leitstelle befolgen.
Bitte vermeiden
- Erfrorene Haut nicht reiben oder massieren.
- Keine Wärmflaschen, Heizkissen oder direkte starke Hitze verwenden.
- Keine Blasen öffnen.
- Keinen Alkohol geben.
- Bewusstlosen Personen nichts zu trinken geben.
- Bei schwerer Unterkühlung nicht eigenständig aktiv erwärmen oder zum Gehen drängen.
Die Erste-Hilfe-Hinweise orientieren sich am Deutschen Roten Kreuz. Sie ersetzen keinen Erste-Hilfe-Kurs und keine Anweisungen des Rettungsdienstes.
Wie Kältebusse und Winterhilfen arbeiten
Kältebusse suchen Menschen im öffentlichen Raum auf und vermitteln – soweit möglich und gewünscht – in warme Unterkünfte. Daneben organisieren Städte und soziale Träger Notübernachtungen, Wärmeräume, Essensausgaben, medizinische Unterstützung und Straßensozialarbeit. Nicht jedes Angebot ist rund um die Uhr erreichbar.
Auch ohne eigenen Kältebus gibt es oft eine kommunale Fachstelle für Wohnungsnotfälle oder Angebote von Wohlfahrtsverbänden. Wer helfen möchte, kann lokale Einrichtungen mit Sach- oder Geldspenden und ehrenamtlichem Engagement unterstützen.
Häufige Fragen zur Kältehilfe
Wann rufe ich 112 statt den Kältebus?
Wenn die Person nicht ansprechbar ist, nicht normal atmet, stark verwirrt ist oder eine schwere Unterkühlung vermutet wird. Bei akuter Gefahr hat der Rettungsdienst immer Vorrang.
Muss ich die betroffene Person vorher fragen?
Bei nicht akuten Situationen ist es sinnvoll, sie anzusprechen und um Einverständnis zu bitten. Bei Bewusstlosigkeit oder akuter Lebensgefahr darfst Du nicht auf eine Antwort warten: 112 anrufen.
Was ist, wenn meine Stadt nicht in der Liste steht?
Suche nach „Kältehilfe + Stadtname“ oder wende Dich an die kommunale Wohnungslosenhilfe. Eine bundesweite, für alle Städte zuständige Kältebus-Hotline ist hier nicht verifiziert.
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Fazit: Hinschauen kann Leben retten
Wenn Menschen bei Kälte im Freien übernachten, können Aufmerksamkeit und ein Anruf bei der richtigen Stelle den Unterschied machen. Sprich die Person respektvoll an, hole bei akuter Gefahr sofort medizinische Hilfe und nutze in anderen Fällen die örtlichen Angebote der Kältehilfe.
















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